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Trinkwassergebrauch in Leipzig und Umgebung auf historisches Tief gefallen

am . Veröffentlicht in Leipzig

Trinkwassergebrauch in Leipzig und Umgebung auf historisches Tief gefallenLeipzig. Der Verbrauch von Trinkwasser in Leipzig und Umgebung ist auf ein historisches Tief gesunken, dies teilten die Kommunalen Wasserwerke Leipzig mit.




Nachdem der Trinkwasserverbrauch im Jahr 2004 erstmals kurz unter 90 Liter pro Person und Tag gesunken war, lag dieser im letzten Jahr durchschnittlich nur noch 88 Liter pro Person und Tag. Doch nicht nur Privatkunden gebrauchen immer weniger Wasser sondern auch Gewerbekunden nehmen deutlich weniger Wasser der Kommunalen Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) ab. Die Menschen in Leipzig und Umgebung gehen immer sparsamer mit dem Trinkwasser um.
Die Ursachen dafür sind neben dem Gebrauchsverhalten, auch die Wassersparende Haushaltstechnik. So gebrauchen Waschmaschinen, Geschirrspüler und Toilettenspülungen deutlicher weniger Wasser als noch vor Jahren.
Der Pro-Kopf-Tagesgebrauch eines Leipzigers sank von 115 Litern in 1993 auf den neuen Tiefstand von 88 Litern.
Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf das Trinkwassergebrauch aus, aber noch deutlicher fällt der Rückgang der Trinkwasserlieferung bei den Gewerbekunden der KWL aus. Im Vergleich der Jahre 2007 und 2008 sind bei der Mehrzahl der knapp 90 abnahmeintensiven Großkunden Rückgänge zu konstatieren. 35 Kunden weisen geringe Mengensteigerungen auf bzw. nehmen konstant Trinkwasser ab. Bei über 50 Kunden ist die Menge um bis zu 40 Prozent gesunken. Im ersten Quartal 2009 ist der Gebrauchsrückgang noch dramatischer ausgefallen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brachen hier die Abnahmemengen im produzierenden Bereich mit 7 bis 70 Prozent deutlich ein.
"Wir spüren, dass der Markt auf die allgemeine wirtschaftliche Krise reagiert und weniger produziert. Die Anforderungen an uns werden damit höher, wenn bei gleichen Vorhalteleistungen immer weniger Wasser gebraucht wird.", konstatiert Klaus Heininger, kaufmännischer KWL-Geschäftsführer.
Auch im Freistaat Sachsen geht der Trinkwassergebrauch weiter zurück. Nach Angaben des Statischen Landesamtes Sachsen benötigte 2007 jeder Sachse durchschnittlich 85,3 Liter Trinkwasser. Das waren 3,1 Liter weniger als 2004. Nur aufgrund der unterschiedlichen Struktur der Versorgungsgebiete ist der Gebrauch leicht unter dem Leipziger Durchschnitt. Republikweit sparen die Sachsen jedoch stark. Im Bundesschnitt liegt der bei 132 Litern pro Tag und pro Person. Im Vergleich von 1984 betrug dieser noch knapp 150 Liter.
Deutschland ist ein wasserreiches Land. Die Bevölkerung nutzt nur drei Prozent der öffentlichen Wasserversorgung. Daher warnen seit länger die Experten. Der weitere Rückgang des Trinkwassergebrauchs wird zwangsläufig zu hygienischen, ökonomischen und ökologischen Problemen führen. Da 80 bis 90 Prozent der Kosten in der Trinkwasserversorgung mengenunabhängige Fixkosten(Vorhaltungskosten für Netze und Anlagen) sind, führt übertriebenes Wassersparen zu steigenden Kosten. Sinkt der allgemeine Wassergebrauch, hat das zwangsläufig den Anstieg des Kubikmeterpreises zur Folge, da die konstant hohen Fixkosten dann auf geringere Trinkwassermengen verteilt werden und somit eine Verteuerung des Kubikmeterpreises nach sich ziehen würden.

Aufgrund des geringen Wasserdurchsatzes müssen die Netze häufiger gespült werden, um Ablagerungen zu vermeiden und Stagnationszeiten zu verkürzen.
"Ein verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser macht natürlich auch hierzulande Sinn. Übertriebenes Wassersparen kehrt jedoch den kurzfristigen ökonomischen Vorteil bereits mittelfristig um und ist langfristig teuer.", ergänzte Dr. Andreas Schirmer, technischer KWL-Geschäftsführer abschließend.

(ssc)

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