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24h Rennen Nürburgring; Fahrer, Team und Fahrzeug absolut fehlerfrei

am . Veröffentlicht in Motorsport

24h Rennen Nürburgring; Fahrer, Team und Fahrzeug absolut fehlerfreiNürburgring. Am 14.Mai machte sich das Team LUBNER Motorsport auf den Weg in die Eifel. Es stand das größte Motorsportevent 2013 auf dem Plan. Das 24h Rennen auf dem Nürburgring !

 

 

 

Viele Wochen der Vorbereitung lagen hinter Organisationschefin Anja Keßler und Teamchef Mirko Lubner. Unzählige Stunden verbrachte man mit der Planung der Abläufe. Dabei stand auch die technische Vorbereitung des Einsatzfahrzeuges Opel Astra OPC Cup auf dem Programm. Alle Verschleißteile, welche nach Meinung vom Teamchef kaputt gehen könnten, wurden getauscht. Rat holte er sich dabei vom Langstreckenprofi Stefan Kissling von KISSLING Motorsport.
Für LUBNER Motorsport war alles neu. Das Auto, die Veranstaltung und die Teamzusammenstellung für dieses Highlight." Als wir uns im November für das 24h Rennen entschieden haben, konnten wir nicht annähernd ahnen, was auf uns zu kommt." . So Orgachefin Anja Keßler. Vor 3 Jahren begann der Traum von Keßler und Lubner, einmal beim 24h als Mechaniker, Fahrer oder Team dabei zu sein. 2013 wurde der Traum als Vollprogramm Wirklichkeit.
Unterstützt wurde das Team LUBNER Motorsport von Wikispeed, dem Partner, mit dem auch die VLN Saison 2013 bestritten wird. Die Fahrerbesetzung war international. Neben den bekannten VLN Fahrern Marcel Hartl und Axel Jahn, vervollständigte Alain Pier aus Luxemburg und Matthew Mc Fadden aus Kalifornien das Fahrerteam. Für Daten und Funkbeauftragte Anja Keßler war es neu, am Funk in der englischen Sprache zu agieren. Aber auch dies meisterte sie erwartungsgemäß super.
Freitag Nachmittag 14:25 Uhr ging es nun zum ersten freien Training auf die Strecke. Stammfahrer Axel Jahn übernahm dieses Rollout. Er hatte die Aufgabe alle gewechselten Baugruppen zu checken und erste Abstimmungsarbeiten vorzunehmen. Nach einigen Runden wurde das Auto für" sehr gut" empfunden und abgestellt. Immerhin wollte man jeden Kilometer sparen, da die Renndauer von 24h sehr lang ist. Gegen 19:35 Uhr begann das offizielle 1.Qualifying. Dieses war mit einer Dauer von 4 Stunden so ausgerichtet, das jeder Fahrer auch in der Dunkelheit zum Fahren kommt. Den Anfang machte wiederum Axel Jahn. Schnell kam er bei nasser Fahrbahn auf gute Rundenzeiten. Auch Marcel Hartl, Alain Pier und Matthew Mc Fadden drehten ihre Runden. Im Vordergrund stand das Fahrzeug zu schonen und ohne Risiko eine schnelle Qualifikationsrunde zu fahren. Am Ende war es Platz 6 in der Klasse.
Freitag Nacht wurde dann das Fahrzeug nochmal auf Herz und Nieren kontrolliert, sowie alle Bremsenteile erneuert. "Der Kostenfaktor stand dabei nicht im Vordergrund. Wir wollten alles nur Mögliche unternehmen, damit unsere Fahrer ein 100% vorbereitetes Rennfahrzeug für Ihr Marathonrennen zur Verfügung gestellt bekommen.", so Mirko Lubner am Vorabend des Rennens. Das 2.Training am Samstag wurde nur als Rollout von Jahn und Hartl genutzt. Alles lief problemlos und man konnte gespannt auf den Rennstart am Sonntag schauen.
Während der gesamten Veranstaltung waren unzählige Fans und Besucher bei LUBNER Motorsport in der Box, um die Fahrer, das Team und das Auto einmal hautnah zu erleben. Dies war aufgrund der Enge in den Boxen oft ziemlich schwierig. Trotzdem waren alle vom Team sehr gern bereit, den Fans Rede und Antwort zu stehen.
Sonntag 17:00 Uhr war es dann soweit. Nach einer Einführungsrunde ging es auf die Jagd durch die "Grüne Hölle" und dies 24 Stunden lang. Axel Jahn war der Startfahrer. Er spielte all seine Erfahrung aus und fuhr den Rennstart souverän und ohne Fremdberührungen. Nach 8 Runden übergab er an Alain Pier. Er fuhr an diesem Wochenende das erste Mal mit dem Opel. Dies merkte man ihm aber ganz und gar nicht an. Auf Anhieb war Pier auf dem Gleichen Rundenzeitenniveau wie seine Teamkollegen.

Danach war Marcel Hartl an der Reihe. Hartl überraschte schon am Freitag mit sehr guten Rundenzeiten. Diese Leistungssteigerung setzte sich am Sonntag fort. Sehr konstant und schnell drehte er seine Runden. Die Folge war eine Verbesserung der Position auf Platz 5 in der Klasse.
Die Bedingungen wurden immer schlechter. Alain Pier behielt aber die Ruhe und "schwamm" buchstäblich bei einbrechender Dunkelheit durch die Eifel. Trotz der Wetterprobleme übergab er das Fahrzeug gegen 22:20 Uhr an unseren amerikanischen Fahrer Matthew Mc Fadden. Durch den schnellen Boxenstopp des Teams konnte man am nächsten Opel vorbei ziehen. Somit lag man auf Platz 4 in der Opel Astra Cup Klasse. Der Regen wurde monsunartig. Anja Keßler bat per Funk immer wieder Mc Fadden ruhig zu bleiben und das Auto auf der Straße zu behalten. Mc Fadden tat dies, als wäre er nie ein anderes Fahrzeug gefahren. Auch für Ihn war es der erste Einsatz im LUBNER Astra. Gegen 22:55 Uhr kam was alle vermutet hatten. RENNABBRUCH !!! Es schüttete wie aus Kannen. Die Rennleitung wollte schwere Unfälle vermeiden und entschied sich zu diesem Schritt.

Alle Autos kamen zurück in die Box. Der Opel war aber in einem so tollen Zustand, dass nach nur einer Stunde Check und Reinigung alles wieder rennfertig bereit stand. Nun wartete und wartete man auf Infos von der Rennleitung. Mirko Lubner schickte alle Fahrer, sowie einige Teammitglieder zum Schlafen in den Team LKW. Lubner und sechs Mechaniker und Helfer blieben arbeitsbereit in der Box. Einige schafften es ein paar Minütchen Schlaf zu erhaschen, andere nicht. So war man sichtlich müde als es 6:30 Uhr hieß, dass 8:30 Uhr das Rennen wieder gestartet wird.
Das Wetter war grausig. Strömender Regen und 4 Grad Außentemperatur ließen die Lust auf Rennen fahren etwas schwinden. Aber egal. Es gab kein Jammern. Axel Jahn begann wieder als erster Fahrer. Erwartungsgemäß meisterte er seinen Start ohne Zwischenfälle. In Folge wechselte man Fahrer für Fahrer. Gegen 12:00 Uhr gab es dann einen Schreckmoment, als Matthew Mc Fadden durch den Funk sagte: "Leitplankeneinschlag auf der linken Seite. Komme in die Box.". Alle Techniker des Teams warteten nun auf den havarierten Opel. Man war auf alles vorbereitet. War an dieser Stelle das Rennen vorbei? Man wusste es nicht. Mc Fadden steuerte die Box an. Guido Kramer von Wikispeed schloss die pneumatische Hebeanlage an, welche in Folge das Auto in die Höhe preschen lies. Mechaniker Robert Porth, Dennis Kremer und Chef Mirko Lubner selbst, checkten in Windeseile alle beschädigten Teile. Nach einer Minute Komplettüberprüfung gab Lubner das "Okay" zur Weiterfahrt. "Zum Glück hat Matt die Leitplanke nur ganz leicht berührt, so dass nur zwei Felgen und der Frontsplitter beschädigt waren. Der Splitter wurde neu befestigt, die Räder gewechselt und das Auto wieder aufgetankt. Somit konnte Mc Fadden wieder ins Rennen gehen, ohne das viel Zeit verloren ging.", so Mirko Lubner nach dem Boxenstopp.

Der Rückstand nach dem Abbruch incl. der fünf Stunden Wartezeit betrug beim Neustart ein Runde und 8 min auf Platz 3 in der Klasse. Was eigentlich nach einer aussichtslosen Situation für eine Verbesserung aussah. Irgendwie hatte man aber das Gefühl, das noch eine kleine Chance bestand, diesen Platz 3 zu erreichen. Es wurde also weiter gekämpft. Die Bedingungen wechselten ständig. Die Renntaktik wurde zum wichtigsten Thema für alle Teams. Keßler und Lubner saßen grübelnd im Boxenstand und rechneten wie lange welcher Stint dauert und wie weit jeder Fahrer mit dem Benzin fahren kann, ohne viel Zeit an der Box zu verlieren. So kam es dazu, das Marcel Hartl bei strömenden Regen mit geschnittenen Slicks ins Rennen geschickt wurde. "Es gibt nur diese Chance, den Rückstand aufzuholen. Guido mit seiner Eifel Erfahrung und ich mit dem Wissen eines Rennfahrers fällten zusammen diese Entscheidung.", erklärte Mirko Lubner.

Und Hartl fuhr und fuhr. Als man plötzlich sah, das Marcel Hartl in einigen Runden sogar die zweitschnellsten Zeiten in der Klasse fuhr, wusste man, alles richtig gemacht zu haben. Keßler und Lubner entschieden Hartl zu einem kurzen Boxenstopp, wo nur 25 Liter getankt wurden, in die Box zu holen. So sparte man am Ende einen zusätzlichen langen Stopp incl. Fahrerwechsel. Zeitgleich beging man im anderen Team, welches auf dem 3. Platz lag, einen kleinen Fehler bei der Reifenwahl, was ein zusätzlichen Boxenstopp bedeutete. Das zweitplatzierte Team verkalkulierte sich unterdessen mit der Benzinmenge, woraufhin das Fahrzeug auf der Döttinger Höhe liegen blieb. Auch hier waren die zuständigen Mechaniker sofort zur Stelle und halfen dem Auto in die Box. All diese Ereignisse hatten zur Folge, das der LUBNER Opel Astra einen Rückstand von nur noch 2 Minuten auf Platz 3 und 3 Minuten auf Platz 2 hatte. Leider war das Rennen aber nach 24h zu Ende, sodass dieser Abstand bis ins Ziel Bestand hatte.

Das Team und alle Fahrer waren absolut happy das Ziel erreicht zu haben. Allein die Zielankunft ist Erfolg genug. Ein 4.Platz in der Klasse und 67.Gesamtrang von ca. 200 Fahrzeugen waren das Ergebnis des Marathon Klassikers."Ich kann meine Freude kaum beschreiben. Das Auto lief ohne das kleinste Problem zu haben. Das Team funktionierte wieder Klasse. Die Fahrer waren schnell und zuverlässig. Alles in allem der absolute Hammer. Am Ende kamen wir durch mutige Entscheidungen sogar noch in Schlagdistanz zu Platz 2 und 3. Viele Dank an all diejenigen, welche uns die Daumen gedrückt haben. Vielen Dank an alle Sponsoren. Dank an die Fahrer Axel mit Frau Sabine, Marcel mit Eltern Simone & Helmut, Alain & Nadja, sowie Matt & Jennifer. Vielen Dank an meine Mechaniker und Helfer Robert & Bianca, Dennis, Heiko, Melanie, Robert, Ralf, Wikispeedchef Guido, Daniel, Michael, Tochter Tina, meinem Schwager Thomas, Schwägerin Nadine, Walter und meinem Schatz Anja. Großen Dank an Elke, welche sich 5 Tage um das leibliche Wohl des Teams gekümmert hat. Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Ich bin Stolz auf diesen Erfolg. Dies zeigt, das wir im Rundstrecken und Langstreckensport erfolgreich sind. Wir freuen uns auf 2014 und gehen jetzt schon gedanklich in die Planung für das 24h Rennen in Dubai. Wir hoffen Fahrer zu finden, die mit uns zusammen der winterlichen Kälte von Deutschland entfliehen.", so ein überglücklicher Teamchef nach dem Rennen auf dem Nürburgring.

 

(mlu)

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