Neue Grundordnung der Universität Leipzig tritt in Kraft
Leipzig. Die neue Grundordnung der Universität Leipzig, die schon direkt nach dem Beschluss durch den Erweiterten Senat im April 2013 für Diskussionen sorgte, wird am morgigen Mittwoch, dem 7.August, in Kraft treten.
Schon kurz nach dem Beschluss des Erweiterten Senats hatte es öffentliche Diskussionen über die Entscheidung der Universität gegeben, in der Grundordnung alle Funktionen mit ihrer weiblichen Schreibweise zu bezeichnen. Das hatte unter anderem zu Falschmeldungen geführt, Männer müssten beispielsweise mit “Herr Professorin“ angeredet werden. Die Universität Leipzig wies deshalb mehrmals darauf hin, dass in der Grundordnung nicht der tägliche Sprachgebrauch geregelt werde. “Der erweiterte Senat hat den Beschluss gefasst, ausschließlich feminine Personenbezeichnungen zu verwenden, um die zahlreichen Frauen an der Universität Leipzig in der Grundordnung sichtbarer werden zu lassen“, sagte die Rektorin Prof. Dr. Beate A. Schücking dazu. “Immerhin sind fast 60 Prozent unserer Studierenden Frauen, bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern beträgt der Anteil 40 Prozent. Und auch im Bereich der abgeschlossenen Promotionen weist die Universität Leipzig mit knapp 53 Prozent einen relativ hohen Frauenanteil auf.“
Erstmals erhalten mit der neuen Grundordnung auch die Promovierenden an der Universität eine Vertretung in Form des Promovierendenrates. Damit sollen die über 6.000 Promovierenden eine bessere Möglichkeit erhalten, ihre Interessen in die Entscheidungsprozesse der Universität Leipzig einzubringen.
Den Text der Grundordnung hatte der Erweiterte Senat am 16. April 2013 beschlossen. Die Grundordnung tritt normalerweise in Kraft, wenn das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) nicht innerhalb von vier Monaten aus Rechtsgründen eine Änderung fordert. In diesem Fall hat das SMWK bereits vorab grünes Licht gegeben.
(ine)