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Marx-Relief wird in Leipzig mit Schautafel aufgestellt

am . Veröffentlicht in Leipzig

Leipzig. Am morgigen Freitag ist es nun so weit. Die Aufstellung des umstrittenen Marx-Reliefs wird abgeschlossen. Um der anhaltenenden Kritik an der Wiedererrichtung Rechnung zu tragen, soll eine Informations- und Bildtafel die Plastik in den geschichtlichen Kontext einordnen.

Auf der Tafel wird ein Text zu lesen sein, den eine Arbeitsgruppe um Uni-Rektor Prof. Dr. Franz Häuser und Christian Führer, dem ehemaligen Pfarrer der Nikolaikirche, ausgearbeitet hat. Der Wortlaut:

"Am 30. Mai 1968 ließ die Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) die Universitätskirche St. Pauli sprengen, nachdem sie entsprechende Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Leipzig und universitärer Gremien veranlasst hatte. Damit war der letzte, noch aus dem Mittelalter stammende und vollkommen intakte Traditionsbau der Universität Leipzig vernichtet worden. Wenig später fiel das kriegsbeschädigte Augusteum, das Hauptgebäude der Universität, derselben Vernichtungsaktion der sozialistischen Diktatur zum Opfer. Mit beiden Gewalttaten schuf das SED-Regime trotz mutiger Proteste Platz für einen neuen Universitätscampus nach marxistisch-leninistischen Vorstellungen.

Für die zwischen 1972 und 1975 fertiggestellten Neubauten der 1953 in Karl Marx-Universität umbenannten Hochschule sah ein 1970 ausgelobter Wettbewerb einen programmatischen Bauschmuck vor. Als Resultat dieses Wettbewerbs wurde 1974 das 14,40 x 6 x 3 Meter messende Bronzerelief "Karl Marx und das revolutionäre, weltverändernde Wesen seiner Lehre" von den Künstlern Rolf Kurth, Klaus Schwabe und Frank Ruddigkeit vollendet und über dem Haupteingang des an der Stelle der gesprengten Kirche errichteten neuen Rektoratsgebäudes der Universität installiert. Das Relief, eines der monumentalsten Beispiele politischer Auftrags- und Propagandakunst der DDR, thematisiert die vorwärtsstrebenden, um den Kopf ihres Vordenkers gescharten gesellschaftlichen Kräfte in Vergangenheit und Gegenwart.

In der Folge der in Leipzig entschiedenen Friedlichen Revolution, deren Demonstrationen im Herbst 1989 auch den Augustusplatz passierten, hat sich die Universität sowohl von der sozialistischen Staatsdoktrin als auch von dem Namen Karl Marx gelöst. Auch die nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 konzipierte Erneuerung der universitären Bauten ist Ausdruck dieser Veränderung. Die durch die wachsende Zahl der Studierenden notwendige Neugestaltung der Universitätsbauten am Augustusplatz mündete schließlich in die Demontage des sogenannten "Marx Reliefs" im Jahre 2006 und den Abriss des Rektoratsgebäudes im Frühjahr 2007. Als Ergebnis zweier Architekturwettbewerbe und öffentlicher Debatten entstand in den Jahren bis 2009, zum 600-jährigen Jubiläum der Universität, nach den Entwürfen des niederländischen Architekten Erick van Egeraat ein Neubau, der mit seiner Kubatur und seinen historisierenden Elementen die Erinnerung an die 1968 gesprengte Universitätskirche und das Augusteum wach hält.

Das Bronzerelief fand im Sommer 2008 als historisches Zeugnis eine Neuaufstellung am heutigen Standort. Sie dokumentiert durch ihre räumliche Distanz zum ursprünglichen Kontext Verantwortung und Abstand zugleich: Verantwortung für und Abstand zu jenem Teil der deutschen Geschichte, der mit dem SED-Regime und dem Namen der Karl Marx Universität verbunden ist." 

Zudem ist  auf der aus Edelstahl gefertigte Schautafel eine Bildfolge zu sehen. Sie beginnt mit der Universitätskirche St. Pauli, zeigt dann  deren Zerstörung 1968, den Neubau des Hauptgebäudes zu DDR-Zeiten, die zeitweise Installation "Paulinerkirche - Zitat und Symbol der Giebelwand der Kirche“ und endet mit dem Entwurf von Erick van Egeraat für das neue Hauptgebäude.

Ob mit Abschluss der Arbeiten Ruhe einkehrt darf bezweifelt werden. Die Uni ist gewillt, den Protesten auch weiterhin stand zu halten. "Das Marx-Relief ist ein zeitgeschichtliches Zeugnis, mit dem man sich aktiv auseinandersetzen muss", so Rektor Professor Franz Häuser zur Wiedererrichtung. Die Universität wolle mit der Wiederaufstellung zeigen, dass sie sich dieser notwendigen Aufgabe stelle.

Das 33 Tonnen schwere Bronze-Relief, dass im Volksmund unter  dem Namen  "Marx-Relief" bekannt ist, wurde 1970 bis 1973 von den Künstlern Prof. Frank Ruddigkeit, Prof. Klaus Schwabe und Rolf Kuhrt im Kontext unter dem Titel "Aufbruch" zum Architektenentwurf für das damalige Hauptgebäude der Universität geschaffen. Im Zuge der Vorbereitung des Neubaus Hauptgebäude am Campus der Universität am Augustusplatz wurde es abmontiert und eingelagert. Nach kontroverser Diskussion und über einem Jahr Einlagerungszeit wurde es an seinem neuen Standort dem Campus Jahnallee der Universität in der Nähe der dortigen Mensa wiedererrichtet.

(ssc)

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