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Wandmalereien des mittelalterlichen Dominikanerklosters im Neuen Augusteum

Wandmalereien des mittelalterlichen Dominikanerklosters im Neuen AugusteumLeipzig. Im Neuen Augusteum der Universität Leipzig sind künftig Wandmalereien des Dominikanerklosters zu sehen, das sich im Mittelalter am jetzigen Standort des Universitätscampus befand.

 

 

Die Wandmalereien sind im Übergangsbereich vom Foyer des Neuen Augusteums zum Hörsaalgebäude zu sehen. Die mittelalterlichen Fresken aus dem Leipziger Dominikanerkloster stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert und zeigen biblische Szenen, Heiligenlegenden sowie einen Dominikanerstammbaum. Es sind die einzigen figürlichen Wandmalereien Leipzigs aus dem Mittelalter. “Mit der Fertigstellung des Freskengangs konnte ein weiterer Abschnitt des Kunstkonzepts, das die Universitätsgeschichte anhand von Kunstwerken anschaulich macht, realisiert werden“, erklärte der Initiator des Konzepts “Kunst für den Campus“ und Leiter der Kustodie, Prof. Rudolf Hiller von Gaertringen, und Berthold Rostock vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement ergänzte: "Das Projekt lag uns besonders am Herzen, da es sich um den größten Zyklus mittelalterlicher Wandmalerei in ganz Sachsen handelt.“

Wandmalereien des mittelalterlichen Dominikanerklosters im Neuen Augusteum


Da, wo sich heute der Universitätscampus mit Hörsaalgebäude, Augusteum und Paulinum befindet, stand vom 13. bis 16. Jahrhundert ein Dominikanerkloster. Nach der Reformation ging der Gebäudekomplex in den Besitz der Universität über, unter anderem war an diesem Standort im Paulinerkolleg die Bibliothek untergebracht. Die dort in einem Kreuzgang befindlichen Wandmalereien konnten mitsamt den sie tragenden Backsteinmauern geborgen werden, als das Bauwerk im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.

Wandmalereien des mittelalterlichen Dominikanerklosters im Neuen Augusteum


Die Malereien, die schon im 16. Jahrhundert übertüncht worden waren, wurden 1836 wieder entdeckt und zwischen 1868 und 1870 durch den Semperschüler Oskar Mothes freigelegt. Die Rückkehr der Kunstwerke nach der Restaurierung an ihren alten Ort gestaltete sich nicht einfach. “Das bis zu 40 cm starke, tonnenschwere Mauerwerk, bestehend aus sechs spitzbogigen Wandfeldern mit einer Breite von 3,50 m, musste bereits in den Neubau transportiert werden, bevor Türen und Eingänge fertig gestellt wurden“, erklärten der Leiter des Baudezernats der Universität, Titus Werner und der Beauftragte für den Neubau am Augustusplatz, Thomas Piesk. Der Diplom-Restaurator Albrecht Körber aus Dresden, der bereits seine Diplomarbeit an der dortigen Hochschule für Bildende Künste den Leipziger Wandbildern widmete, entfernte Salz und störende Überzüge und verbesserte die Lesbarkeit der Szenen erheblich. Die letzten Retouchen erfolgten dann noch vor Ort. Die Restaurierungsarbeiten wurden durch finanzielle Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Ernst von Siemens Kulturstiftung sowie des Freistaates Sachsen ermöglicht.
Die Fresken sind der Öffentlichkeit im Rahmen der Öffnungszeiten des Neuen Augusteums zugänglich.

(ine)

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