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Beschäftigte des DRK Borna kämpfen um ihre Arbeitsplätze PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 31. Dezember 2008 um 02:47 Uhr
Beschäftigte des DRK Borna kämpfen um ihre Arbeitsplätze Borna. Für die Mitarbeiter der Rettungsdienst, Krankentransport und Hilfsdienste im Leipziger Land gGmbH in Borna ist “aufgeben“ ein Fremdwort. Wie am Dienstag von den Mitarbeitern zu hören war werden sie um ihre Arbeitsplätze kämpfen.


Am Dienstag wurde in Borna bekannt gegeben, dass sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten um den Erhalt ihrer Jobs kämpfen werden.
Daher wurde ein offener Brief an das Präsidium und den Geschäftsführenden Vorstand des DRK Leipziger Land e. V. aufgesetzt und sofort nach Zwenkau übersendet. In dem Brief fordern die Mitarbeiter Aufklärung und Perspektiven. (siehe unten)

Des Weiteren werden die Rettungsassistenten und -sanitäter der Rettungsdienst, Krankentransport und Hilfsdienste im Leipziger Land gGmbH ab dem 01. Januar 2009 um 14.00 Uhr eine Wahnwache auf dem Markt in Borna abhalten. Die Beschäftigten haben mit dieser Aktion vor, täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr auf ihre Situation hinzuweisen.

Die Frauen und Männer des Rettungsdienstes hoffen sehr auf die Unterstützung von Seiten der Bürgerinnen und Bürger, die sich bisher mit absoluter Sicherheit auf ihre Leistungen verlassen konnten. Und es wird nicht wenige Personen im Bereich des Bornaer Rettungsdienstes geben, die diesen Menschen ihr Leben oder ihre Gesundheit verdanken. Die Retter haben in ihrer langjährigen Tätigkeit auch einigen Kindern ins Leben geholfen und sie haben nie gefragt ob es Wochenende, Ostern, Weihnachten oder ob es Tag oder Nacht ist.
Die Tätigkeit im Rettungsdienst mit seinen unregelmäßigen Arbeitszeiten, dem vielen Leid was die Retter erleben, macht keiner der Retter weil man so viel Geld dabei verdient. Der Beruf des Rettungsassistenten und des Rettungssanitäters ist eher eine Berufung.

Das kleine “g“ vor dem GmbH steht übrigens für “gemeinnützig“, was bei dem Umgang mit den Mitarbeitern durch diese gGmbH noch einmal erklärt werden musste.

(msc)


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Borna, den 30.12.2008

Offener Brief der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DRK Leipziger Land gGmbH


an das Präsidium und den Geschäftsführenden Vorstand des DRK Leipziger Land e. V.




Sehr geehrte Damen und Herren,

einen Tag vor Weihnachten ist uns, den 40 Rettungsassistentinnen und -assistenten sowie Rettungssanitäterinnen und -sanitätern Hausverbot erteilt und somit der Zugang zu unserer Rettungswache durch einen privaten Rettungsdienst verwehrt worden.

Dies geschah in einer generalstabsmäßigen Blitzaktion am Morgen des 23.12.2008 auf dem Betriebsgelände der DRK Leipziger Land gGmbH in Borna/Groitzsch.

Wir mussten nunmehr das Weihnachtsfest in dem Bewusstsein verbringen, dass unser Gehalt nicht gezahlt wurde und unsere Arbeitsplätze ungewiss sind.

Deshalb fragen wir:
Wie konnte es soweit kommen? Wer trägt dafür die Verantwortung?

Sehr geehrte Damen und Herren, um zur Aufklärung beizutragen, wollen Sie uns bitte folgende Fragen beantworten:
  1. Wieso wurde diese schwerwiegende Entscheidung der Vertragskündigung und des Hausverbots durch den Geschäftsführer Dr. Grube und die Geschäftsführerin des Rettungszweckverbandes Schneider ohne Information und Einbeziehung des Betriebrates gefällt?

  2. Weshalb und mit welcher Legitimation wurde auch dem Betriebsrat Hausverbot erteilt und der Zugang zu seinem Büro durch Herrn Grube und Frau Schneider verwehrt? Weshalb musste dieser Zugang erst durch vielseitigen öffentlichen und politischen Druck erzwungen werden?

  3. Warum hat der Gesellschafter, also der DRK Kreisverband, dem Sie vorstehen bzw. für den Sie federführend Verantwortung tragen, vor etwas mehr als drei Wochen einen Geschäftsführer für die DRK Leipziger Land gGmbH bestellt, der nicht die erforderliche Qualifikation - Rettungsdienstleiter bzw. Rettungsassistent - besitzt und somit die Einsatzfähigkeit der Belegschaft nach deren Ausbildung und Qualifikation kaum einzuschätzen vermag?

  4. Ist Ihnen bekannt, auf welcher Grundlage der von Ihnen bestellte Geschäftsführer zu der Erkenntnis gelangte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären nicht bereit gewesen, über die Weihnachtsfeiertage den Rettungsdienst sicherzustellen, obwohl er dazu weder mit der Belegschaft noch mit dem Betriebsrat gesprochen hatte?

  5. Ist Ihnen bekannt, inwieweit es sich mit den Dienstpflichten des von Ihnen bestellten Geschäftsführers der DRK Leipziger Land gGmbH vereinbaren lässt, dass sich dieser innerhalb von drei Wochen nur an genau zwei Tagen in den Räumen seiner Rettungswache aufhielt - am ersten Tag und am Tag des Hausverbotes für die Belegschaft?

  6. Weshalb wurde der von Ihnen bestellte Geschäftsführer Dr. Grube der Belegschaft niemals offiziell vorgestellt?

  7. Warum hat der Geschäftsführende Vorstand des DRK Leipziger Land e. V. Herr Morbitzer noch vor vier Wochen davon sprechen können, dass die Unterdeckung der DRK Leipziger Land gGmbH durch Sie, also den Gesellschafter gedeckt würden und weshalb nimmt er heute davon Abstand und will davon nichts mehr wissen?

  8. Ist eine Patronatserklärung gegenüber der DRK Leipziger Land gGmbH abgegeben worden? Ist diese Erklärung widerrufen worden und auf welcher Grundlage erfolgte der Widerruf?

  9. Ist ihnen bekannt, auf welcher Grundlage der Rettungszweckverband trotz bekannter Unterdeckung der DRK Leipziger Land gGmbH die Vertragsverlängerung mit unserem Betrieb bis 31.12.2009 beschlossen hat? Welche Änderung der Voraussetzungen ist eingetreten, so dass der Vertrag nun außerordentlich und fristlos gekündigt wurde?

  10. Ist Ihnen bekannt, weshalb zum 23.12.2008 Insolvenz beantragt wurde, obwohl die Unterdeckung schon seit Juli 2008 bekannt war?

  11. Ist Ihnen bekannt, weshalb die Unterdeckung Mitte November 2008 rechnerisch noch darstellbar und mit den Krankenkassen verhandelbar war und weshalb nunmehr diese Unterdeckung Grund für die Insolvenz ist?

  12. Warum fahren noch Anfang des Monats Dezember 2008 Mitarbeiter der DRK Leipziger Land gGmbH für die DRK Leipzig Umland gGmbH (Zwenkau) aushilfsweise Dienste und weshalb wird ein äquivalentes Handeln der DRK Leipzig Umland gGmbH im Gegenzug verwehrt?

Da Sie für die Muttergesellschaft unseres Betriebes Verantwortung tragen, wenden wir uns an Sie. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir - die Beschäftigten der DRK Rettungsdienst, Krankentransport und Hilfsdienste im Leipziger Land gGmbH - noch immer unsere Arbeitskraft für die Rettung zur Verfügung stellen wollen. Zu keiner Zeit haben wir anderes erklärt.

Um den Fragen schnell Antworten folgen zu lassen, erwarten wir Ihre Beantwortung bis zum 5. Januar 2009, 18.00 Uhr. Dies ist per Email möglich an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Die Beschäftigten - Rettungsassistenten und Rettungssanitäter, Praktikanten und ehrenamtliche Mitarbeiter - der DRK Rettungsdienst, Krankentransport und Hilfsdienste gGmbH




Offener Brief zum Download als PDF