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Jugendamt weist Versäumnisse im Fall des toten Jungen in Leipzig Gohlis zurück

am . Veröffentlicht in Leipzig

Jugendamt weist Versäumnisse im Fall des toten Jungen in Leipzig Gohlis zurück Leipzig. Am Wochenende wurden eine junge Frau und ihr Sohn in Leipzig-Gohlis tot in einer Wohnung gefunden. Das Leipziger Jugendamt wies am Freitag mögliche Versäumnisse zurück.

 

 

 


Jugendamtsleiter Siegfried Haller teilte am Freitag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit, dass er erst am Donnerstagabend aus dem Internet vom Tod des zweijährigen Jungen erfahren haben. Dann habe er sich sofort um weitere Informationen gekümmert. Wie es vom Jugendamtsleiter hieß habe es nach “Aktenlage“ keine Anzeichen für Fehler von Mitarbeitern des Jugendamtes gegeben, im besonderen wies er darauf hin, dass seine Behörde nicht für die Mutter, sondern für das Wohl des Kindes zuständig sei. Die Mutter war dem Jugendamt aber bereits als Jugendliche bekannt. Grund hierfür waren Drogenprobleme der damals 16-Jährigen. Allerdings wurde zuerst davon gesprochen, dass man erst Ende 2009 Kontakt mit der Mutter hatte. Im Februar 2011 gab es dann Meldungen an das Jugendamt wegen des Verdachtes der Kindesgefährdung. Eine Gefährdung des Kindeswohls wurde aber damals nicht gesehen. Danach gab es immer wieder Kontakt über den ASD Leipzig (Allgemeiner Sozialer Dienst).

 

Jugendamt weist Versäumnisse im Fall des toten Jungen in Leipzig Gohlis zurück


Im April diesen Jahres hatte das Amt dann den letzen Kontakt mit der Frau, nachdem es zuvor erneut eine Mitteilung über eine Kindesgefährdung gab, die diesmal vom Vermieter kam. Auch dieses Mal wurden Drogenprobleme angeführt. Der ASD hatte die Frau daraufhin am 22.03.2012 zu Hause besuchen wollen, sie dort aber nicht angetroffen. Am 10.04.2012 kam die Mutter dann mit ihrem neuen Lebenspartner zum ASD und erklärte, dass sie wegziehen möchte. Aufgrund dieser Aussage und weil sie und ihr Sohn an diesem Tag einen Eindruck hinterließ, wurde von einer guten Prognose ausgegangen. Dies war auch der letzte Kontakt des Allgemeinen Sozialen Dienstes zur Kindesmutter. Die Wohnung wurde danach nicht mehr aufgesucht, erklärte Chefin des Allgemeinen Sozialen Dienstes Leipzig, Sybill Radig, auf der Pressekonferenz am Freitag.
So reichte dem Amt die Ankündigung des Umzugs, sich nicht mehr um Mutter und insbesondere um den zweijährigen Jungen zu kümmern.
Die Äußerungen von Jugendamtsleiter Haller ließen erkennen, dass noch einige Fragen in dem Fall zu klären gibt. Über Konsequenzen bei der Betreuung der weit mehr als 1.000 ähnlich gelagerter Fälle in Leipzig wollte er keine Angaben machen.
Die 26-jährige Frau und ihr Sohn hatten mehrere Wochen unentdeckt in der Wohnung in Gohlis gelegen. Am vergangenen Wochenende wurden sie dann gefunden, da sich Nachbarn über den unerträglichen Geruch im Haus beschwerten.


(msc)


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