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Universität Halle entzieht Leipziger Jugendamtsleiter Haller den Doktortitel

am . Veröffentlicht in Leipzig

Universität Halle entzieht Leipziger Jugendamtsleiter Haller den DoktortitelLeipzig. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät I der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat am gestrigen Mittwoch die Entscheidung des Promotionsausschusses, Siegfried Haller den Doktortitel abzuerkennen, bestätigt.

 

 

 

 

 


Der Leipziger Jugendamtsleiter Siegfried Haller hatte 2003 an der Universität Halle promoviert. Wie Prof. Dr. Burkhard Schnepel, Dekan der Philosophischen Fakultät I sagte, habe Siegfried Haller in seiner Dissertation “Das Sanierungsgebiet Hemshof in Ludwigshafen am Rhein - Eine Bilanz von 30 Jahren baulicher Erneuerung und sozialer Veränderung“ grob gegen Regeln und Standards wissenschaftlichen Arbeitens verstoßen. “Ich bedaure sehr, eine solche Entscheidung verkünden zu müssen, sie war aber nach unserer sorgfältigen und gewissenhaften Prüfung unumgänglich“, so Prof. Schnepel.
Wie die Universität Halle mitteilte, seien ganze Unterkapitel wortwörtlich aus fremden Publikationen beispielsweise des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung und des Landes Brandenburg übernommen worden. Ein Kapitel der Dissertation ist demzufolge fast vollständig aus der Ludwigshafener Broschüre “Informationen zur Stadtentwicklung“ (Heft 9/1991) übernommen worden. “Diese Quelle wird lediglich im Anhang aufgeführt. Sie ist weder im Text erwähnt noch offiziell als Publikation Siegfried Hallers ausgewiesen", erläutert Professor Schnepel. Zwar habe der Autor dem Ausschuss mitgeteilt, dass es sich um seine eigene Leistung handele, konnte aber dafür keinen Nachweis erbringen.
Der Promotionsausschuss sei nach ernsthaften und reiflichen Überlegungen zur Überzeugung gelangt, “dass der Autor die Gutachter und den Promotionsausschuss getäuscht hat, dies mindestens billigend in Kauf genommen hat“, heißt es in der Erklärung der Universität. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen.

(ine)

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