Groß angelegte Razzia in der Rechten Szene - Verdacht auf Versicherungsbetrug

Groß angelegte Razzia in der Rechten Szene - Verdacht auf Versicherungsbetrug Leipzig/Rudolstadt. Am Mittwoch waren Wohnungen und Geschäftsräume in Rudolstadt und Leipzig Ziel einer Razzia wegen des Verdachts auf Versicherungsbetrug in der Rechten Szene.

 

 

 

 

Rund 140 Beamte der Polizei in Sachsen und Thüringen durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Gera die Wohnungen und Geschäftsräume von 13 Beschuldigten in Rudolstadt und Leipzig. Die Personen stehen im Verdacht mit verschiedenen Betrugsdelikten einen Schaden von mehr als einer Million Euro verursacht zu haben. Unter Verdächtigen waren auch zwei ehemalige führende Thüringer Neonazis.
Wie es hieß könnten im Rahmen der Ermittlungen eine neue Masche der rechten Szene zur Geldbeschaffung aufgedeckt worden sein.
Eine der Personen war der ehemalige Verfassungsschutz-V-Mann und frühere Neonazi Tino Brandt. In dessen Haus in Rudolstadt wurden einige illegale Waffen gefunden. Unter Anderem wurden eine Machete, ein Seitengewehr, zwei Streitäxte, eine Armbrust mit Köcher, Schwerter und zwei Schreckschusspistolen im Rahmen der Durchsuchungen beschlagnahmt, die Thema in einem gesonderten Verfahren sein werden.
In dem von der Geraer Staatsanwaltschaft angestrebten Verfahren sollen Versicherungen und Behörden geschädigt worden sein. Wie es hieß hatten die Hauptbeschuldigten in ihren Firmen Beschäftigte mit hohen Gehältern eingestellt und diese über eine eigene Versicherungsagentur mit teuren Gruppen- und Privatunfallversicherungen mit überdurchschnittlich hohen Leistungen versorgt. Nach dem Abschluss der Versicherungen seien Arbeitsunfälle und andere Schadensfälle durch die versicherten Mitarbeiter gemeldet worden. Die Schadensfälle seien so inszeniert worden, dass sie lange Arbeitsunfähigkeiten zur Folge hatten. Von die privaten und gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen wurden dann Leistungen in Anspruch genommen. Diese haben sich dann auf eine horrende Summe im siebenstelligen Bereich summiert. Bei den Ermittlungen sei aufgefallen, dass die Ausfallzeiten der Mitarbeiter mit den Beschäftigungszeiten nahezu identisch gewesen sein sollen und bis auf wenige Ausnahmen konnten keine regulären Gehaltszahlen in den Firmen festgestellt werden. Die genaue Höhe des Schadens konnte bislang noch nicht ermittelt werden. Es wird vermutet, dass auch Strukturen der rechten Szene mit dem so beschafften Geld finanziert worden sein könnte.

(ssc)







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